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Hubschrauberrettung

Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Wie läuft ein Rettungseinsatz ab? Wer gehört zu einer Ambulanzflugzeugbesatzung? Dürfen die Hubschrauber auch nachts Einsätze fliegen? Hier finden Sie Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen.

  • Wann kommt in Deutschland ein Rettungshubschrauber zum Einsatz?

    Unter der Notrufnummer 112 geht ein Notruf bei der örtlichen Rettungsleitstelle ein. Dort trifft der zuständige Disponent die Entscheidung, ob ein Rettungswagen oder ein notarztbesetztes Rettungsmittel alarmiert werden muss. Das können Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) oder auch Rettungshubschrauber (RTH) sein. Der Hubschrauber ist häufig der schnellste Notarztzubringer. Notfallpatienten können mit dem Hubschrauber außerdem schnell und schonend in Spezialkliniken gebracht werden. Für gesetzlich Krankenversicherte entstehen bei einem Rettungseinsatz in Deutschland keine Kosten. Privat Versicherte erhalten eine Rechnung, die sie zur Erstattung an ihre private Krankenversicherung weitergeben können.

  • Wie verhält man sich richtig bei der Landung eines Rettungshubschraubers?

    Ob Unfall, Herzinfarkt oder Schlaganfall – in der Notfallrettung zählt jede Minute. Doch bei der Landung werden die Piloten häufig behindert und der Zugang zur Unfallstelle wird erschwert. Aus Sicherheitsgründen sollten Fahrzeuge und Schaulustige daher unbedingt Distanz wahren – auch nach der Landung. Folgendes Verhalten ist richtig:
    1. Sich am Boden bemerkbar machen, wenn sich ein Hubschrauber nähert.
    2. Keine Markierungshilfen auslegen.
    3. Niemals unter einem landenden Hubschrauber durchfahren.
    4. Mindestens 30 Meter Abstand halten.
    5. Nie dem Hubschrauber nähern, solange sich die Rotoren drehen.
    6. Augen vor aufgewirbelten Sandkörnern und Steinen schützen.
    7. Lose liegende Gegenstände außer Reichweite bringen oder festhalten.
  • Fliegen die Hubschrauber der DRF Luftrettung auch nachts?

    Die DRF Luftrettung betreibt in Deutschland neun Stationen im 24-Stunden-Betrieb: Bad Berka, Berlin, Halle, Hannover, München, Nürnberg, Regensburg, Rendsburg und Villingen-Schwenningen. Mit diesen Hubschraubern werden Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken durchgeführt. Darüber hinaus können die Hubschrauber tagsüber und in den Nachtstunden für Notfalleinsätze eingesetzt werden. Beispielsweise ist der Rendsburger Hubschrauber auch nachts ein wichtiger Bestandteil der Notfallversorgung auf den west- und nordfriesischen Inseln. Als erste deutsche Luftrettungsorganisation setzt die DRF Luftrettung im Jahr 2009 Nachtsichtgeräte ein. Mit München, Berlin und Regensburg nutzen inzwischen drei Stationen die Night Vision Goggles (NVGs) – kein anderer deutscher Luftrettungsbetreiber verfügt über mehr Erfahrung mit NVGs. Sie sind ein wichtiger Baustein für die sichere Luftrettung bei Nacht: Sie fangen schwach vorhandenes Umgebungslicht ein, das tausendfach verstärkt wird. Das meist grüne und wesentlich hellere Licht ermöglicht ein besseres Erkennen von Landschaft und Hindernissen im Dunkeln.

  • Wer gehört zu einer Hubschrauberbesatzung?

    An Bord eines Hubschraubers der DRF Luftrettung befinden sich immer ein Pilot, ein Notarzt und ein Rettungsassistent (HEMS Crew Member). An den acht 24-Stunden-Stationen befinden sich nachts zwei Piloten an Bord. Für spezielle Intensivtransporte wie beispielsweise einem Inkubatortransport werden in der Regel zusätzlich ein Kinderarzt und eine Kinderkrankenschwester mit an Bord genommen. Auch ein Windeneinsatz erfordert einen zusätzlichen Bergretter an Bord des Hubschraubers. Insgesamt sind rund 160 Piloten, 200 Rettungsassistenten, 700 Notärzte und 100 Techniker für die DRF Luftrettung im Einsatz.

  • Was sind Intensivtransporte?

    Ein Intensivtransport ist ein Transport von kritisch kranken Patienten zur weiteren Behandlung von einem Krankenhaus in eine Spezialklinik. Dafür kommen in Deutschland Intensivtransporthubschrauber (ITH) oder Intensivtransportwagen (ITW) zum Einsatz. Für die Organisation dieser Transporte haben einige Bundesländer Koordinierungsstellen eingerichtet. In Baden-Württemberg gibt es zum Beispiel die Zentrale Koordinierungsstelle (ZKS) der DRF Luftrettung und des Deutschen Roten Kreuzes. Die DRF Luftrettung verfügt über geeignete Luftfahrzeuge und qualifiziertes Fachpersonal, um auch spezielle Intensivtransporte durchzuführen. Zunehmende Bedeutung erlangen Transporte von Patienten mit akutem Atemnotsyndrom (ARDS) oder Herz-Kreislauf-Versagen verschiedenster Ursache, die in Spezialkliniken therapiert werden müssen. Zum Einsatz kommen intensivmedizinische Maximaltherapiemöglichkeiten, wie beispielsweise extrakorporale Organersatz- und Unterstützungsverfahren wie PECLA (pumpenlose arterio-venöse Lungenunterstützung), ECMO (extrakorporale Membranoxygenation) und IABP (intraaortale Ballongegenpulsation zur Herzunterstützung).